In Deutschland beginnt die Hochzeit traditionell mit dem Polterabend. Dieser findet üblicherweise am Freitag vor der kirchlichen Trauung statt, kann aber auch bereits am Wochenende vor der Hochzeit abgehalten werden. Beim Polterabend wird traditionell Geschirr zerbrochen, aber auch Metall oder andere Keramikgegenstände können verwendet werden. Der Krach, der dabei entsteht, soll böse Geister vertreiben. Außerdem erinnert der Brauch an das alte Sprichwort „Scherben bringen Glück“. Aber Vorsicht: wird beim Polterabend Glas zerschlagen so bringt das Unglück!
Der Hochzeitsmorgen selbst beginnt dann mit der standesamtlichen Trauung, falls diese nicht bereits abgeschlossen ist. Um zur Kirche zu kommen, lassen sich viele Brautpaare standesgemäß von einer Kutsche oder einer Limousine fahren. Dort wird die Braut von ihrem Vater zum Altar geführt, wo im Rahmen der Zeremonie feierlich die Ringe getauscht werden. Nach dem Gottesdienst werfen die Gäste Reiskörner, ein alter Brauch, der die Fruchtbarkeit symbolisieren soll.
Anschließend wird ausgiebig gefeiert. Den Tanz eröffnet dabei das Brautpaar mit dem traditionellen Hochzeitswalzer, bei dem die Braut klassischerweise ein Hochzeitskleid trägt und der Bräutigam einen edlen Anzug. Im Laufe der Feierlichkeiten wird auch die Hochzeitstorte von den Beiden gemeinsam angeschnitten. Wessen Hand dabei den Schnitt führt, soll angeblich auch später in der Ehe das Sagen haben.
In vielen Gegenden hat auch die Brautentführung Tradition. Dabei wird die Braut von einem guten Freund in ein anderes Lokal „entführt“. Der frischgebackene Ehemann muss sie suchen und freikaufen, indem er verschiedene Aufgaben löst. Erst dann darf er seine Frau zur Hochzeitsfeier zurück bringen.
Meist dauert das Fest bis weit nach Mitternacht. Danach zieht sich das Paar zur Hochzeitsnacht zurück. Dabei wird die Braut vom Bräutigam ins Haus getragen. Sie soll dadurch vor bösen Geistern geschützt werden, die sich unter der Türschwelle verbergen.
Nach der Hochzeit beginnen dann die Flitterwochen, die das frisch verheiratete Paar häufig auf der Hochzeitsreise verbringt, um sich von den Strapazen der Feierlichkeiten zu erholen.
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